ANGELIQUE KERBER EILT INS VIERTELFINALE

Die drei Topfavoritinnen der Bad Homburg Open presented by Engel & Völkers haben sich am Tag der Grand Slam-Champions keine Blöße gegeben: Turnierbotschafterin Angelique Kerber präsentierte sich beim souveränen 6:0, 6:2 gegen die Russin Anna Blinkova erneut in starker Verfassung und zog als zweite deutsche Spielerin nach Laura Siegemund (Filderstadt) ins Viertelfinale des neuen Rasen-Events im historischen Kurpark ein. Die an Position vier gesetzte Kerber dominierte von Anfang an das Match und machte im ersten Durchgang mehr als doppelt so viele Punkte wie ihre auf Weltranglistenposition 90 stehende Kontrahentin Blinkova. Nach einer knappen halben Stunde profitierte die Wimbledon-Siegerin von 2018 bei ihrem ersten Satzball von einem Fehler der Russin und holte sich im Schnelldurchgang den ersten Durchgang.

Unmittelbar danach gelang Blinkova dann ihr erster Spielgewinn, doch Kerber setzte weiter die spielerischen Akzente und behielt jederzeit die Kontrolle. Nach 58 Minuten verwandelte die Linkshänderin, die in Bad Homburg ihre Doppel-Rolle als Turnierbotschafterin und Spielerin sichtlich genießt, ihren zweiten Matchball zum Einzug ins Viertelfinale.

„Mir ist es wichtig, jede einzelne Runde gut zu spielen, um Selbstvertrauen für Wimbledon zu sammeln. Ich habe mir vorgenommen, aggressiv zu spielen und die Matches von Anfang an selbst in die Hand zu nehmen“, sagte Kerber nach dem zweiten Sieg beim Heimspiel. In der Runde der letzten acht trifft sie am Donnerstag auf Amanda Anisimova. Die 19-Jährige aus den USA, French Open-Halbfinalistin von 2019, hatte am Dienstag Andrea Petkovic (Darmstadt) beim 6:1, 7:5 kaum eine Chance gelassen.

Die Zuschauer kamen am vierten Turniertag der Premierenveranstaltung in den Genuss, gleich drei Grand Slam-Siegerinnen in Folge auf dem wunderschön angelegten Spielbank Bad Homburg Centre Court zu bewundern. Vor Kerber hatte die an Nummer zwei gesetzte Victoria Azarenka (Belarus) in einer Marathonpartie über 3:02 Stunden die Oberhand gegen Alize Cornet aus Frankreich behalten. Wie eng das Duell war, beweist ein Blick auf die Statistik: Beide holten je 114 Punkte!

Im Tiebreak des entscheidenden Satzes hatte die zweimalige Australian Open-Gewinnerin Azarenka sogar zwei Matchbälle abwehren müssen, ehe das 6:4, 3:6, 7:6 (9:7) unter Dach und Fach gebracht war. „Ich bin stolz darauf, wie ich mich durchgekämpft habe, denn ich war physisch nicht in bester Verfassung“, sagte die Weltranglisten-14. und verriet: „Heute war meine Kollegin Venus Williams meine Inspiration. Auch sie gibt in schwierigen Situationen nie auf – und ist deshalb ein Vorbild.“

Victoria Azarenka misst sich am Donnerstag im Match um den Sprung ins Halbfinale mit der Spanierin Sara Sorribes Tormo (Nr. 7), die in der Runde der letzten 16 Misaki Doi (Japan) mit 6:4, 6:4 bezwang.

Als dritter Major-Champion hielt sich am frühen Mittwochabend letztlich auch Petra Kvitova schadlos. Nach einer klaren Sache in Durchgang eins erwies sich Ann Li (USA) in der Folge allerdings als große Herausforderung für die topgesetzte Tschechin, die ihre beiden bisherigen Grand Slam-Titel in Wimbledon holte. „Dort möchte ich noch einmal triumphieren. Das ist einer der Hauptgründe, warum ich immer noch spiele“, meinte Kvitova. Am Ende stand ein 6:2, 6:7 (4:7), 6:1 gegen Ann Li auf der großen Anzeigetafel des Spielbank Bad Homburg Centre Courts.

Bereits am Dienstag hatte Laura Siegemund das Viertelfinale erreicht, wo am Donnerstag die Tschechin Katerina Siniakova wartet.